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Schmankerl-Lexikon

Das bayerisch-kulinarische Wörterbuch. Von A wie Augustiner bis Z wie Zuzeln

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Augustiner, das - Bier aus Münchens ältester Brauerei. Mit Sorgfalt und Interesse registrieren die Münchner, dass sich das Augustiner-Bier mittlerweile auch in Berliner Szenekneipen großer Beliebtheit erfreut. Geschmacklich ist dagegen nichts einzuwenden. Aber wehe, ihr Preußen trinkt uns alles weg!

 

Auszogne, die - Mit Puderzucker bestreute Pfannkuchen-Spezialität. Auch als Schmalznudel bekannt. Auszogne sind in München auch im Englischen Garten zu bewundern. Die sie sind jedoch nicht immer so lecker wie das Teiggebäck.

 

Brezn, die - Grundnahrungsmittel für bayerische Babys und Kleinkinder, welches eine erstaunliche Klebwirkung auf Bekleidung und Haut entfalten kann. Die Brezn fungiert außerdem als Antipasto, Kochzutat oder aber als treuer kulinarischer Begleiter von Spezialitäten wie der Weißwurst.

 

Brotzeit, die - Wichtige kleine Zwischenmahlzeit, die man in Bayern zu sich nimmt, wenn das Frühstück bereits zu lang her oder das Abendessen noch zu weit weg ist. Da hungrige Bayern zum Grant neigen, ist der Aufforderung zum Brotzeitmachen stets ohne Widerworte Folge zu leisten.

 

Fleischpflanzerl, das - Obacht, nichts für Vegetarier! In anderen Landstrichen auch als Klops oder Bulette bekannt, wird das bayerische Fleischpflanzerl oft für eine Blume oder ein Fleisch-Substitut gehalten.

 

Grantige Bedienung, die - Zu erkennen am typischen herben Tonfall und dem zupackenden Wesen. Früher im gesamten Großraum Bayern beheimatet, ist die grantige Bedienung immer seltener geworden und steht heute unter Artenschutz. Die Gäste sind daher angehalten die grantige Bedienung, so sie einer begegnen, mit Nachsicht und der nötigen Fürsorge zu behandeln.

 

Maß, die - Einzig wahre Verzehreinheit für Bier.

 

Obatzda, der - Grammatikalisch herausfordernde Käsespezialität, über deren Schreibweise und Deklination gern bei einer -> Maß gestritten wird. Unverzichtbar bei Biergartenbesuchen.

 

Reinheitsgebot, das - Grundsätzlich kann man in Bayern über alles reden. Auch über die eine oder andere Vorschrift. Beim Reinheitsgebot jedoch, da hört der Spaß auf.

 

Wammerl, das - 1. Bauchspeck. Findet sich oft auch als Krustenbraten auf den Karten bayerischer Lokale. 2. Bauchspeck. Entstanden durch den übermäßigen Verzehr hiesigen Essen und Bieres. Wichtiger Bestandteil des bayerischen Mannsbildes.

 

Weißwurst, die - seligmachende Münchner Delikatesse. Durch die Kombination des Weißwurstaromas mit Weißbier und süßem Senf kann der Genuss ins Himmlische gesteigert werden.

 

Z'samrutschen, das - Traditionelles bayerisches Reservierungssystem. Durch das Z'amrutschen (zu Deutsch: Zusammenrutschen), kann gewährleistet werden, das Gäste selbst in vollkommen überfüllten Lokalen noch ein Plätzchen finden . Die neuen Gäste werden dabei nach dem Z'amrutschen in die Tischgemeinschaft integriert, als würde man sich seit 100 Jahren kennen.

 

Zuzeln, das - Umstrittene Art des Weißwurstverzehrs. Dabei wird die Wurst mit den Fingern gegriffen und aus der Pelle gezuzelt (gesaugt). Dem Geschmack der Wurst tut das Zuzeln keinen Abbruch. Jedoch gilt der Anblick des Zuzelnden als sehr unappetitlich.